Die Bundesligamannschaft 1972/73 – für manchen die stärkste, die der Verein je hatte.

Vor 50 Jahren wurde aus TV Hochelheim und TV Hörnsheim der TV Hüttenberg05/07 / Nostalgiefeier dort, wo alles begann: im Saalbau Franz

Von Imme Rieger. Veröffentlicht im Gießener Anzeiger am 18.01.2019

HÜTTENBERG. Vor fast genau 50 Jahren wurde der TV 05/07 Hüttenberg gegründet. Er entstand am 25. Januar 1969 durch die Zusammenlegung der beiden Vereine TV Hochelheim, gegründet 1905, und TV Hörnsheim, gegründet 1907. Mit einer nostalgischen Feier soll das historische Ereignis am morgigen Samstag gebührend gefeiert werden. Dort, wo der Zusammenschluss der beiden Traditionsvereine besiegelt wurde, im "Saalbau Franz" in der Wetzlarer Straße 10, geht am Abend die Party ab. Sie ist bereits ausverkauft. "Im Mittelpunkt des Rahmenprogramms werden Zeitzeugen aus vergangenen Tagen berichten und Bilder aus alten Zeiten gezeigt", verrät Markus Happel, der 1. Vorsitzende des TV 05/07 Hüttenberg, vorab. Die Ehrungen für die 50-jährige Mitgliedschaft im Verein werden ein weiterer Höhepunkt sein.

Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt: Herzhafte Hausmacher-Leckereien und Getränke zu Preisen fast wie früher stehen im Angebot. Für die musikalische Umrahmung sorgt Lutz Herbel mit seiner Band. "Wir möchten in einer zwanglosen Atmosphäre feiern, die bei unseren Gästen viele Erinnerungen an die letzten 50 Jahre weckt", hofft Markus Happel im Namen des Vorstands.

Anlässlich des Jubiläums lässt der Vorsitzende die Geschichte rund um die Fusion der beiden Ortsvereine Revue passieren. Er selbst war zum Zeitpunkt der Fusion noch gar nicht geboren. Ausführlich beschrieben wird diese Zeit jedoch in der ersten von drei Chroniken, welche die Vereinsgeschichte bis zum Jahr 2006 lebendig machen. Hier schreibt der Autor Peter Kade: "Der Zusammenschluss hatte eine längere Vorgeschichte und ging auch nicht ohne 'Geburtswehen' vonstatten." Einer der mitentscheidenden Auslöser sei sicherlich die Bildung der Gemeinde Hüttenberg im Jahre 1968 gewesen. Eine gewisse Rolle habe auch die Sport- und Kulturgemeinschaft Hüttenberg, die sich für den Bau einer Sporthalle einsetzte, gespielt. Sie veranstaltete auch gemeinsame Leichtathletikveranstaltungen und Handballspiele unter den beteiligten Turnvereinen. Hierbei ergaben sich oft gute Möglichkeiten, in zwangloser Weise miteinander Kontakt aufzunehmen. So war es Hans Krauhausen als Vorsitzender des TV Hochelheim, der Hans Schmidt, dem Vorsitzenden des TV Hörnsheim, bei diesen gemeinsamen Sportveranstaltungen die ersten Ideen für einen Zusammenschluss beider Vereine nahe brachte. Die wichtigsten Gründe dafür waren ein besseres sportliches Angebot für die Bevölkerung, eine bessere finanzielle Grundlage durch mehr Mitglieder, eine bessere Nutzung der Sportstätten und bessere Bedingungen für den Spitzensport. Die Vorstände beider Vereine sahen deutlich die Vorteile eines solchen Schrittes und besprachen in vielen gemeinsamen Sitzungen das Grundsätzliche, eine neue Satzung und die Details.

Die größte Hürde bestand allerdings darin, die Mehrheit der Mitglieder beider Vereine für den Zusammenschluss zu gewinnen. "Das war in Hörnsheim schwieriger zu erreichen als in Hochelheim", schreibt der Chronist. Denn viele Hörnsheimer Mitglieder fürchteten wohl anfangs, dass der bekannte Name und die Handballtradition mit einem Mal ausgelöscht werden sollte, außerdem hatte man als kleiner Verein auch Angst, benachteiligt zu werden. Bei zwei außerordentlichen Generalversammlungen erschienen jedes Mal nicht die erforderlichen 60 Prozent der Mitglieder, bei einer dritten Zusammenkunft gab es keine Mehrheit für die geplante Fusion. "Dieses Ergebnis stand sicherlich auch im Zusammenhang mit dem hervorragenden Abschneiden der 1. Hörnsheimer Handball-Mannschaft in der Bezirksklasse der Feldrunde zum Zeitpunkt der Abstimmung. Aber die Befürworter des Zusammenschlusses wollten versuchen, zu einem günstigeren Zeitpunkt noch einmal eine Abstimmung zu wiederholen", heißt es in der Chronik.

Der TV Hochelheim tat sich bei der ganzen Angelegenheit als größerer Verein etwas leichter. Im Dezember 1968 wurden dann schließlich in beiden Vereinen die Weichen für den Zusammenschluss gestellt. Peter Kade schreibt: "Hier schlossen sich zwei Vereine zusammen, die doch viele Gemeinsamkeiten hatten. Beide wurden etwa zur gleichen Zeit gegründet, beide waren zumindest bis zum Zweiten Weltkrieg echte Turnvereine, und in beiden Vereinen entstand auch etwa im gleichen Jahr das Handballspiel. In beiden Vereinen errang der Handball die dominierende Rolle: "Beide Vereine waren über den heimischen Raum hinaus in ganz Hessen und sogar in der Bundesrepublik als Handballhochburgen bekannt und gaben beide diesen guten Namen auf, um sich unter einem neuen, wie wir heute wissen, nicht minder populären zu vereinigen", notiert Kade. Aus dieser gemeinsamen Tradition ließ sich der neue TV Hüttenberg in positiver Richtung aufbauen und fortentwickeln. Zum Zeitpunkt des Zusammenschlusses hatte der TV Hochelheim 325 und der TV Hörnsheim 118 Mitglieder, sodass der TV Hüttenberg Anfang 1969 über 443 Mitglieder verfügte - heute sind es über 1.000 mehr! Neuer 1. Vorsitzender wurde Hans Krauhausen, sein Stellvertreter war Hans Schmidt.

Begeisterte Zuschauer.
Begeisterte Zuschauer.

"Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten hatten sich alle an die neue Lage im Verein gewöhnt, und man kann heute sagen, dass der Zusammenschluss problemloser vonstattenging, als manche es vermutet hatten, und dass es der richtige Weg in die Zukunft war", resümiert Peter Kade.

Dieser Einschätzung aus den 80er Jahren schließt sich Markus Happel heute noch uneingeschränkt an. Sichtbares Zeichen des Zusammengehens war der Bau des Hüttenberger Sportzentrums exakt auf der Grenze der beiden Ortsteile. Das Gebäude, dessen Grundsteinlegung wenige Monate vor dem Zusammenschluss erfolgte, umfasste neben einem Hallenbad eine Sporthalle mit Tribüne sowie eine Schießsportanlage. Insbesondere der Handball sollte dadurch gefördert werden, und dieses Konzept ging auf: In den Siebziger Jahren gelang den Handballern des TV 05/07 der Aufstieg in die zweite und die erste Bundesliga: 1974 wurde Hüttenberg Erster der Bundesliga Süd, 1977 und 1978 DHB-Vizepokalsieger, ein Jahr später startete man im Europapokal. Nach dem zwischenzeitlichen Abstieg bis in die Regionalliga gelang dem Verein zur Saison 2017/2018 der Aufstieg in die erste Bundesliga, im Jahr darauf stieg er wieder in die zweite Liga ab. Auch die männlichen und weiblichen Jugendmannschaften konnten sich über großartige Erfolge bis hin zu Deutschen Meisterschaften freuen. Seit Jahrzehnten sind die Handballer aus Hüttenberg somit ein Markenzeichen, Botschafter des Spitzensports und ein echtes Aushängeschild in der Region.

In den 80er Jahren war Nicole Schwarz Vorzeige-Leichtathletin, hier mit dem damaligen 1. Vorsitzenden Reinhold Gorr (links).
In den 80er Jahren war Nicole Schwarz Vorzeige-Leichtathletin, hier mit dem damaligen 1. Vorsitzenden Reinhold Gorr (links).

Auch der Breitensport genießt seit jeher beim TV 05/07 Hüttenberg einen hohen Stellenwert: Hier reicht die Palette von Turnen und Gymnastik über Leichtathletik, Wandern, Faust- und Volleyball bis hin zu Schwimmen, Skigymnastik und Tennis, wobei gerade in der Leichtathletik die Schüler und Jugendlichen des TV Hüttenberg beachtliche Erfolge erzielt haben.

Doch was wäre der Verein und seine Abteilungen ohne die Menschen, die ihn beleben, ohne all die Übungsleiter, engagierten Trainer und aktiven Sportler? Das weiß auch der Vorsitzende Markus Happel. Und deshalb wird sein ausdrücklicher Dank am morgigen Abend auch all denen gelten, die den TV 05/07 seit fünf Jahrzehnten mit Leben füllen, und ihn sicherlich auch zukünftig dazu machen, was er ist: Ein lebendiger Verein mit aktuell 1468 Mitgliedern, ohne den das Sport- und Kulturleben im Ort undenkbar wäre.

Das aktuelle Aushängeschild des TV Hüttenberg, ist die erste Männerhandball-Mannschaft, die in der zweiten Bundesliga aktiv ist.
Das aktuelle Aushängeschild des TV Hüttenberg, ist die erste Männerhandball-Mannschaft, die in der zweiten Bundesliga aktiv ist.
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